Diakonische Arbeit
im Kreis Groß-Gerau

AKTUELLES

Neue Termine zur Schwangerschafts-Infoveranstaltung "Soziale Hilfen und finanzielle Unterstützung für Schwangere vor und nach der Geburt":

Di 12.01., 17.00-18.30 h
Di 26.01.,   9.30-11.00 h
Di 09.02., 17.00-18.30 h
Di 23.02.,   9.30-11.00 h
Di 08.03., 17.00-18.30 h
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Infoblatt Soziale Hilfen

Herzlich willkommen!

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Menschlichkeit
braucht
Unterstützung

die davon ausgeschlossen sind, die sich in Crumstadt bei der Tafel mit dem Nötigsten versorgen?
• 400 HAUSHALTE SIND REGISTRIERT, DIE HÄLFTE BEZIEHT ARBEITSLOSENGELD II
Etwa 240 Haushalte unterstützt die Tafel in Riedstadt regelmäßig, 120 bis 130 jede Woche. Insgesamt waren bis September knapp über 400 Haushalte registriert, in denen 951 Menschen leben. 60 Prozent der Kunden sind Erwachsene, 40 Prozent – je etwa zur Hälfte Jungen und Mädchen – sind Heranwachsende. Die meisten Bedürftigen, die das Angebot der Tafel nutzen, erhalten Arbeitslosengeld II (49 Prozent), gefolgt von Leistungen im Asylverfahren (19 Prozent) und Grundsicherung als Rentner (13 Prozent). Aufgrund der Einrichtung von weiteren Flüchtlingsunterkünften geht die Diakonie davon aus, dass die Zahl der Leistungsempfänger aus diesem Bereich mittelfristig auf bis zu 30 Prozent steigt. Wöchentlich melden sich derzeit fünf bis acht neue Haushalte an. Etwa 40 ehrenamtliche Helfer unterstützen die Tafel derzeit in Riedstadt. Deren Fluktuation ist niedrig, die Motivation, zu helfen, ist nach wie vor hoch.
Es ist Mittwochnachmittag. Ein kontinuierlicher Regen hat eingesetzt, und es gibt eigentlich schönere Dinge in der Vorweihnachtszeit zu erledigen, als ausgerechnet hier zu stehen. Melanie (39 Jahre) und Jessica (27) warten geduldig in einer langen Schlange von Menschen, schon etwas durchnässt. Doch eine Alternative haben sie nicht. „Man kommt eben besser durch den Monat“, sagt Jessica, die ihren Nachnamen lieber nicht nennen will. Und auch Melanie sagt: „Sich hierfür schämen? Das war am Anfang.“
Die meisten ihrer Freunde wissen trotzdem nicht Bescheid, dass sie neben finanzieller Unterstützung vom Sozialamt darauf angewiesen ist. Denn Melanie und Jessica stehen an der Crumstädter Ausgabestelle der Groß-Gerauer Tafel direkt hinter dem Sportplatz. Genau wie all die jungen und alten Menschen, Männer, Frauen, Kinder vor und hinter ihnen. Viele haben eine Tüte dabei, in die gleich die Lebensmittel wandern werden. Und die Kinder sind etwas zappeliger als sonst, denn schließlich hat sich heute der Nikolaus angekündigt.
Für die meisten Älteren ist Sebastian Dorn, der ins rote Gewand mit dem Rauschebart geschlüpft ist, allerdings nur Nebensache. Auch heute geht es um ein wenig frisches Obst, Nudeln, ein paar Drogerieartikel. Alles Dinge, die überwiegend Einkaufsmärkte gespendet haben.
40 ehrenamtliche Helfer, die das Diakonische Werk koordiniert, helfen regelmäßig bei der Lebensmittelakquise oder Essensausgabe, für die drei Euro in der Woche genommen werden, um den Menschen ein bisschen das Gefühl zu geben, dass sie nicht auf Almosen angewiesen sind, sondern „nur“ unterstützt werden.
Ist das Nächstenliebe? Gerade in der Weihnachtszeit ein Beleg, dass der christliche Gedanke hinter dem Weihnachtsfest, die Verkündigung der frohen Botschaft noch ihren Widerhall in unserer Welt findet? Ja, für ihn sei das ein solches Zeichen, sagt Claus Krach, Diplom-
Sozialarbeiter und Sozialpädagoge beim Diakonischen Werk Groß-Gerau/Rüsselsheim, der die Tafel in Riedstadt koordiniert.
Dabei würde er die Notwendigkeit der Tafel eigentlich gern niedriger ansiedeln. „Die meisten sagen, wir brauchen die Tafel, um unsere Existenz zu sichern“, erläutert Krach. „Wir sagen, eigentlich müsste der Staat die Existenz sichern und die Tafel müsste für etwas Zusätzliches da sein, um sich vielleicht auch mal einen Kinobesuch leisten zu können.“
Die meisten Menschen kommen nicht gern hierher. Zumindest das Angebot an gespendetem Brot und Gemüse oder auch Obst ist noch ausreichend. „Begehrte Sachen wie Wurst, Fleisch, Käse oder Joghurt, die gibt es weniger.“ Ziel sei aber neben der Versorgung der Menschen mit Lebensmitteln auch ein „ganz niedrigschwelliges soziales Angebot, um die Menschen zu erreichen“. Und aus der einfachen Übergabe von Nahrungsmitteln, ein wenig Zahnpasta oder Shampoo wird schnell eine Versorgung, bei der die Menschen, die Hilfe benötigen, rund um das Thema Schulden beraten werden oder gleich eine Betreuung im Alltag erhalten. „Und manche kommen wirklich hierher, um sich zu treffen.“
Viele der Menschen, die an der Tafel warten, haben eine harte Biografie. Schicksalsschläge wie schwere Krankheiten oder Tod in der Familie haben manche abstürzen lassen, zuletzt kamen immer mehr Flüchtlinge – eine anfangs schwierige Situation, weil der zu verteilende „Kuchen“ trotz immer mehr Kunden eben nicht größer geworden ist.
Dass überhaupt alles reibungslos läuft, ist auch Menschen wie Klaus Hoerig und Edelgard Bitsch zu verdanken, die beide seit 2009 mithelfen. Hoerig sammelt zwei Tage die Woche Spenden ein, etwa 40 Lieferanten werden angesteuert. Vor seinem Ruhestand war er als Ingenieur bei Opel beschäftigt. Auch Edelgard Bitsch, heute Hausfrau, sagt, dass es sie im Leben gut getroffen habe und sie an der Tafel etwas zurückgeben wolle.
Doch die beiden geben nicht nur. Die Freundlichkeit, die ihnen entgegenschlägt, das ist auch ein Geschenk der Menschen, die hier warten. Im Regen stehen. Für ein paar Lebensmittel statt Luxus zu Weihnachten. Die sich am Ende natürlich „Frohe Weihnachten“ wünschen, obwohl überdurchschnittlich viele auch „einsame Weihnachten“ verbringen werden. Von denen viele leise gekommen sind – und leise wieder gehen.

Diakoniesonntag 2015

Unserer Einladung zum diesjährigen Diakoniesonntag am 27. September 2015, der diesmal in Crumstadt begangen wurde, folgten interessierte Bürger, Flüchtlinge, Ehrenamtliche Helfer sowie Politiker.

Herr Landrat Thomas Will sowie Herr Lazar, Leiter Diakonisches Werk Groß-Gerau / Rüsselsheim, würdigten und bedankten sich für das ehrenamtliche Engagement bei der Tafel und in der Flüchtlingsbetreuung. Herr Bürgermeister Amend hob hervor, dass er stolz sei, auf das Engagement der Bürger in seiner Gemeinde.

Herr Krach, Koordinator der Tafel in Crumstadt und Frau Bertram, die zuständig ist für die Flüchtlingsbetreuung, stellten Schwerpunkte ihrer Arbeit vor und beantworteten die vielen Fragen zu ihrer Arbeit.
Der Nachmittag wurde musikalisch untermalt von der Band „DazzTrio“; bei Kaffee und Kuchen fanden Gespräche und Begegnungen statt.


Flüchtlingshilfe der Diakonie im Kreis Groß-Gerau

Zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg gibt es über 50 Millionen Flüchtlinge weltweit.
Flüchtlinge sind Menschen, die aus ihrer Heimat vor Krieg, Hunger und politischer Verfolgung fliehen und in anderen Ländern Schutz, Sicherheit und Freiheit suchen. Der Kreis Groß-Gerau hat 2014 600 Menschen aufgenommen; 2015 werden es 1.500 Menschen sein. Die Flüchtlinge, die aus Kriegs- und Krisengebieten (z.B. aus Syrien, Eritrea, Afghanistan, Somalia usw.) kommen, brauchen in allen Lebensbereichen unsere Hilfe. Zuerst einmal sind das Unterbringung, Verpflegung, Bekleidung, Medizinische Versorgung. Für die Deckung dieser Grundbedürfnisse sorgt unser Staat bzw. letztendlich unsere Kommunen. Die hauptamtliche Flüchtlingsbetreuung im Kreis Groß-Gerau wird von Sozialpädagoginnen und –pädagogen von Diakonie und Caritas wahrgenommen.
Die Menschen benötigen aber vieles mehr, um sich bei uns einzuleben. Insbesondere sind das Vermittlung von Deutschkenntnissen und Begleitung bei Alltagsdingen wie Einkauf, Arztbesuch, Behördengang, Anmeldung der Kinder zur Schule, Hausaufgabenbetreuung und Nachhilfe für die Kinder, Vermittlung in Vereine und in Freizeitangebote von Kirchen etc. Hierbei beteiligen sich bereits viele ehrenamtliche Helfer; für die künftigen Aufgaben werden noch mehr benötigt.
Wenn Sie sich z.B. als Ehrenamtliche in der Flüchtlings- und Betreuungsarbeit engagieren und sich aktiv an der Willkommenskultur beteiligen wollen oder etwas spenden möchten, bitten wir Sie sich an unsere Mitarbeiterinnen

Frau Cornelia Bertram (c.bertram@diakonie-kreisgg.de),
Tel. 06152-1719949, Fax: 06152-1719951
Frau Melanie Vogel (m.vogel@diakonie-kreisgg.de),
Tel. 06105-271618, Fax: 06105-270907

zu wenden.


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